Berichte über mein Training:

Saison 2025

Wer sich meine Berichte bis zum Ende durchgelesen hat oder mich über die sozialen Medien verfolgt weiß, das ich im letzten Jahr (2024) einen Unfall hatte und unter anderem eine Fraktur am Kreuzbein mir zugezogen habe. Somit war Anfang des Jahres fragwürdig, wann ich die ersten Rennen starten kann, ob ich fit genug für eine Langdistanz bin und vorallem ob ich schmerzfrei trainieren und auch die großen Umfänge leisten kann. Wer mich kennt weiß, das ich mich nicht so einfach geschlagen gebe und somit meldete ich mich zu ein paar Rennen an:

Ironman 70.3 Rapperswill-Jona (Schweiz) mit dem Ziel die WM Quali in Marbella
Ironman Frankfurt
Ironman 70.3 Duisburg
Ironman Italy
Ironman Portugal - Cascais
Ironman 70.3 Weltmeisterschaft in Marbella (Spanien)


Das Training läuft seinen Gang. Ich absolvierte einige umliegende Straßenläufe zum Formtest und Alternative, da das Radfahren noch nicht so funktioniert. Außerdem macht es ja auch Spaß =) und erinnerte mich an alte Zeiten meiner Läuferkarriere. Die Zeiten die ich dort absolvierte stellten mich zufrieden und ich stellte fest, das ich durch meine Zwnagspause nicht viel verloren habe. Zum Beispiel erntete ich eine neue 10km Bestzeit in 35:40min, außerdem lief ich die 15km und 21,1km genauso schnell wie letztes Jahr.
Im Mai entschied ich mich noch, mich zu einer dritten Langdistanz anzumelden. In einem Land, wo ich schon immer mal hinwollte: Ironman Emilia Romana - Italien. Darauf freue ich mich sehr.

 Die ersten beiden Rennen liegen nun hinter mir. Die Mitteldistanz in Jona - Rapperswill und mein Saison Highlight der Ironman Frankfurt.

Ironman 70.3 Jona - Rapperswill

Schwimmen 1,9km: 30:59Min - Rad: 90km mit 1.100 HM: 2:23Std  - Laufen: 21,1km 1:24Std

Geschwommen wurde im 17 Grad warmen Zürichsee. Das glasklare Wasser, vor den Bergen bot eine einmalige Kulisse. Gerne hätte ich zum ersten Mal die 30Minuten geknackt,  was leider nicht drin war, da ich viel alleine geschwommen bin. Mit voller Energie stieg ich aufs Rad und begab ich mich auf den 90km Radcourse. Es ging steil bergauf und gab einige schnelle Abfahrten. Die Strecke war genau mein Ding und führte mitten durchs Heidi - Land. Wir mussten die Strecke 2x fahren. Schnell war ich auf erster Position der Frauen vorgefahren, obwohl ich mit 6Minuten Rückstand aus dem Wasser kam. Diese Position galts nun zu halten. Am Wendepunkt sah ich, das mein Ehemann Marius nur kurz vor mir war. Ich wusste das ich also deutlich schneller fuhr als er und gab nochmal Gas um ihn einzuholen. Dies gelang mir bei ca. Km 55/ 60. Die Motivation stieg bei Marius und somit erreichten wir gemeinsam die Wechselzone und liefen die ersten 10 km zusammen. Das Highlight waren für mich die Stufen zum Schloss nach Rapperswill hoch. Auch die Laufrunde mussten wir 2x laufen. In der zweiten Runde habe ich Marius leider verloren und lief ca. 2 Minuten vor ihm ins Ziel ein und sicherte mir großem Abstand von fast 7 Minuten auf Platz 2 und 10 Minuten Abstand auf Platz 3 den Sieg. Dieser Sieg bedeutete mir sehr viel. Nun wusste ich das ich zurück bin, meine ganze Arbeit im Winter sich gelohnt hat und ich mich aus meiner Verletzung zurückgekämpft hatte, trotz einer viel zu geringen Vorbereitung, die wir aufgrund Schmerzen erst später begonnen haben.

Ironman Frankfurt

Der Ironman Frankfurt sollte eigentlich meine erste Langdistanz werden. Ich habe soviel Gutes von dem Rennen gehört, dazu macht es nochmal etwas besonderes, weil es im eigenen Land stattfindet. Die Wettervorhersagen spielten mir genau in die Karten. Es waren 35 Grad vorausgesagt. Mit Hitze kann ich zum Glück sehr gut umgehen und ich habe mir deswegen (im Gegensatz zu vielen anderen keine Gedanken gemacht) Geschwommen wurde im Langener Waldsee, etwas außerhalb der Stadt. Die 3,8km lange Schwimmstrecke, wo vermutet wurde das sie durch einen Messfehler 4,0km lang war absolvierte ich in 1:06 Std. Geschwommen wurde ohne Neo, das das Wasser grenzwertig warm war aber die Außentemperatur schon so hoch, sodass wir mit Neo zum Überhitzen drohten. Ich fühlte mich so gut nach dem Schwimmen wie noch nie. Also hat sich das ganze Training im Wasser also bezahlt gemacht. Motiviert ging ich aufs Fahrrad. Hier konnte ich meine Leistung überhaupt nicht einschätzen. Aus Sicherheitsgründen, aufgrund der hohen Temperaturen habe ich mit meiner Trainerin besprochen, es ruhig anzugehen. Gegebenenfalls könnte ich in der zweiten Runde noch etwas schneller fahren. Nach und nach überholte ich eine Frau nach dem anderen. Bis ich irgendwann auf Platz 2 war. Ich fühlte mich gut. Die Radstrecke war sehr einsam. Ich fuhr viel allein. Auf dem letzten Anstieg der ersten Radrunde tat ich etwas sehr dummes. Ich fuhr in den Berg rein, und überholte ein paar Männer. Es waren Deutsche dabei und schnell kamen wir ins Gespräch. Das ist das Schöne am Triathlon, egal wen man überholt oder überholt wird, oft motiviert man sich gegenseitig oder macht sich Komplimente. In der Situation würde ich sagen redeten wir etwas zu lang und schon kam das Schiedsrichter Motorrad von hinten angerollt und gab mir (zurecht) eine Karte und ich musste das nächste Strafzelt anfahren und meine 3 Minütige Strafe absitzen. Ich habe zu langsam überholt (man hat nur 25sec) Zeit. Das ärgerte mich sehr, also gab ich in der 2. Runde nochmal richtig Gas und trat richtig in die Pedale. Ich hatte große Angst wegen so einer Dummheit die Chance auf den Sieg zu verspielen. Nach 4:51 Std. kam ich ins Wechselzelt und bereitete mich zum Laufen vor. Was mir zu dem Zeitpunkt noch nicht bewusst war, ich hatte mir auf den letzten Kilometern etwas in den Reifen gefahren und bin mit den letzten Resten Luft im Reifen in die Wechselzone gerollt. n der Wechselzone zum Laufen nahm ich mir Zeit. Ich kühlte mich, trank etwas und ging auf die Laufstrecke. Leider verpasste ich nur ganz knapp den Profi Patrick Lange. Schade, ich hätte gern etwas von dem starken Profirennen der Männer mitbekommen. Das ist für mich immer etwas ganz Besonderes, mit den Profis zusammen zu rennen, die man sonst nur im Fernseher sieht. Ich lief zügig und konnte meine geplante Pace von 4:05 min/km laufen. Es fühlte sich gut an. An jeder Verpflegungsstation trank ich soviel es ging und kühlte mich mit Eis und Wasser. Ganz schnell und vorallem schneller als gedacht holte ich die zu dem Zeitpunkt führende Frau ein. Sie lief deutlich langsamer als ich und auch von hinten kam keiner an mich ran. Also entschied ich an meine Gesundheit zu denken und nur noch nach Gefühl zu laufen und nicht mehr auf das Tempo zu achten. 4 Runden liefen wir am Main hoch und runter. Auf jedem Meter standen Menschen die gefeiert und uns zugejubelt hatten. Nach 42,2km und 3:06 Std. konnte ich den roten Teppich zum Römerberg hochlaufen. Dort nahm ich mir Zeit. Ich bekam Gänsehaut von der jubelnden Masse und das erste Mal bei einem Zieleinlauf Tränen in den Augen. Die letzten Meter ging ich um nochmal zu genießen. Es war unglaublich als ich das Zielbanner in die Höhe hielt und ich wusste das ich es geschafft habe. Europameisterin der Frauen der Amateure und Siegerin des Ironman Frankfurt mit stolzen 23 Min Vorsprung auf Platz 2 und über 40 Min Vorsprung auf Platz 3. Ich dachte ich träume. Diesen Tag werde ich nicht vergessen! Mit dem Sieg holte ich mir die Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii. Diese entschied ich allerdings nicht anzunehmen. Das würde meine Möglichkeiten dies zu bezahlen leider überschreiten. Gerne wäre ich geflogen. Dennoch freue ich mich auf zwei andere schöne Rennen in Italien und Portugal, die ich mit meinem Mann zusammen bestreiten werde. Im November starte ich ja bereits bei der 70.3 WM in Marbella worauf ich mich auch sehr freue. Ich werde im nächsten Jahr nochmal die Qualifikation probieren - soviel steht fest!

Ironman 70.3 Duisburg

In Duisburg ging ich nun das 3. mal an den Start. Ich mag diesen Wettkampf, obwohl er nicht der schönste ist. Die Radstrecke ist überfüllt von Athleten und die Straße hat einen typischen Ruhrpott Charakter. Aber dennoch freue ich mich jedes Mal dort an den Start zu gehen. Besonders ist das Schwimmen auf der Regattabahn im Sportpark von Duisburg und der Zieleinlauf in der MSV Arena. Auch das man soviele Starter kennt, weil es irgendwie ein Heimwettkampf ist besonders. Es ist so schön zusammen zu racen und sich gegenseitig zu motivieren. An dem Tag habe ich mir viel vorgenommen, ich wollte als erste Frau über die Ziellinie laufen. Das Schwimmen startete um kurz nach 8 Uhr, es lief ok, die Sonne scheinte und es waren bereits die ersten Anzeichen das es ein warmer Tag werden sollte. Gemeinsam mit vielen Bekannten stand ich im Startblock und wir teilten unsere Aufregung und Vorfreude. Nach 33 Min und 6,5 Min Rückstand stieg ich aus dem Wasser und lief in die 1km weit entfernte Wechselzone. Auf dem Weg konnte ich schon viel Zeit gut machen, da ich deutlich schneller lief als die anderen Starterinnen. Dann ging es auf die Radstrecke. In der ersten Runde war es noch schön leer und ich drückte ordentlich in die Pedale und fuhr die mir vorgestellte Geschwindigkeit. Es gab einige Schwierigkeiten, es war sehr windig  - böig, die Sonne stand so das die Sicht eingeschränkt wurde und es hohe Konzentration erfordert das Rad und die Position darauf zu halten. Auf der zweiten Runde wurde es sehr voll und ich nahm ein paar Prozente raus um weder mich noch einen weiteren Athleten zu gefährden - sowie weiterhin fair zu fahren. Ich kam mit einem ordentlichen Vorsprung von 4 Minuten in die Wechselzone. Dort dann der Schock. Ich konnte nicht loslaufen, da meine Startnummer abgerissen und in dem Wind weggeflogen ist. Ich musste mir Ersatz besorgen, leider war der Veranstalter darauf nicht vorbereitet und so ging mein Vorsprung ins Land und ich musste mit 1,5 Min. Rückstand loslaufen. Ich blieb ruhig (was mich selbst verwunderte =) ) und lief konzentriert los. Nicht zu schnell, gerade so das ich das Tempo hoch halten konnte und es bis zum Ende schaffte es zu halten. Mein Plan ging auf, ich schaffte es meinen Vorsprung zurück zu laufen und ging als erste Frau ins Ziel. Der Lauf war anders als sonst. Ich blendete alles aus und war konzentriert und hielt mir mein Ziel vor Augen. Ich freue mich das ich mein Ziel nicht aus den Augen verloren habe und darum gekämpft habe, nicht verbissen war und auch den Spaß am Wettkampf nicht verloren habe und jeden Meter genossen habe. Nun gehts in 2 Wochen weiter nach Italien.

Ironman Italy - Cervia, Emilia Romana

Endlich ist der Tag da - auf gehts nach Italien! Ich habe mir schon immer gewünscht dorthin zu reisen. Ich war voller Vorfreude und konnte den Tag zum Check In kaum erwarten. Unsere Unterkunft lag direkt vor der Wechselzone, wo wir jeden Tag den Aufbau des Eventgeländes beobachten konnten. Auch hier war es wärmer als angenommen, aber die Hitze bin ich aus den Vorrennen gewöhnt, sowie macht mir eigentlich nie etwas aus. Um halb 8 ging es am Samstag los. Es gab eine schöne Show vom italienischen Militär die mit Hubschraubern die Stimmung auf Spannung brachten. Auch die emotionalen Worte des Moderators gingen wieder unter die Haut. Ich lief ins Wasser, da es recht flach war konnten wir sehr weit reinlaufen. Dann ging es 2km gegen die Strömung und durch kleine Quallenschwarme den Strand runter und 1,8km wieder zurück. Ich habe mich beim Schwimmen nicht verrückt gemacht, durch das Hineinlaufen ins Wasser und ohne hartes Anschwimmen fühle ich mich deutlich entspannter und sicherer. Nach 1:07 Std. lief ich in die Wechselzone und schnappte mir mein Rad. Das Schwimmen lag zeitmäßig wieder unter meinen Vorstellungen aber das war mir egal. Ich freute mich aufs Radfahren. Ich trat deutlich mehr Watt als in Frankfurt und war sehr zufrieden. Auf der Hälfte der Strecke merkte ich, das ich zeitmäßig sehr gut stand. Die Strecke machte richtig Spaß. Wir sind aus Cervia rausgefahren, auf eine Autobahn. Dort ging’s hoch und runter und in einen weiteren Ort, ins Bergige durch zwei kleine, typisch italienische Dörfer einen Anstieg hoch und danach wieder zurück. (2 Runden) Was mich sehr ärgerte, war das hemmungslose Windschattenfahren vieler Athleten. Es gab locker 20 - 30 Manngruppen, die dicht an dicht gefahren sind. Ich versuchte fair zu fahren, anfangs saß ich auch in einer Gruppe, wo ich allerdings den Mindestabstand von 12m einhielt. Allerdings quetschten sich immer wieder andere Männer dazwischen, worauf ich mich immer wieder zurückfallen lassen musste. Ich war noch nie so froh vom Rad runter zu sein. Aber super happy mit meiner Zeit: 4:35 STd. Eine mit Abstand neuer Bestzeit und stolz darauf es fair erreicht zu haben. Ich war echt sauer auf das unfaire Verhalten und überlegte wie man damit glücklich werden konnte. Jetzt stand meine letzte Disziplin das Laufen an. Davor hatte ich Sorge. Ich hatte in letzter Zeit kein gutes Laufgefühl und ich kam ziemlich überhitzt vom Rad. Dennoch fühlten sich die ersten 2 km sooo gut an - wie noch nie. Ich hatte Spaß und sammelte nach und nach die ersten Männer ein. Es lief gut, ich trank sehr viel und kühlte meinen Körper runter. Bis km 30 lief alles super, ab dann wurde es hart und das Tempo wurde leider langsamer. Dennoch gab ich alles und lief die letzten 12 km nur etwas langsamer als gewollt aber kam dennoch mit einem Marathon von unter 3 Std. ins Ziel. 2:55 Std. !!! Wow - ich konnte es kaum fassen! Ich holte nicht nur den Gesamtsieg sondern schaffte meinen großen Traum EIN UNTER 9 STD. FINISH !!! Meine Zielzeit war 8:48 Std. UNGLAUBLICH !!! Im Ziel berichtete man mir das ich nun auch die neue Weltbestzeit im Amateurbereich geknackt hatte. Einfach nur Waaaahhhhnsiiiiiiinnn !!!!

Ironman Portugal - Cascais

Es gab nur eine kurze Pause für mich. Es lagen nur 4 Wochen zwischen dem Rennen in Italien und dem in Portugal. Die erste Woche habe ich mir komplette Ruhe gegönnt. Dies tat nicht nur meinem Körper gut, sondern auch der Seele. In der zweiten Woche habe ich das Training wieder wie gewohnt aufgenommen und bei zusätzlich bei dem Halbmarathon in Dortmund gelaufen. Total überrascht war ich bei der Zielzeit von 1:18 Std.. Es war nur ein kurzer Moment der Freude. Abends erlag ich einer dicken Grippe/Erkältung - was auch immer. Dies dauerte 10 Tage. In mir kam Panik auf, das ich nicht an den Start gehen konnte. Meine Nase saß immernoch zu und ich hatte Atemprobleme und beim Laufen kam ich nicht auf Tempo, es fühlte sich schwer an. Was bei der Strecke sehr schlimm ist, da sie ordentlich Höhenmeter mitbringt. Dies gilt ebenso bei der Radstrecke. Die ersten 20 km gehen in den Nationalpark hoch, welcher die Anstrengung vergessen lässt wenn man sich die wunderschöne Natur anschaut. Auf dem Rad und beim Schwimmen habe ich mich vor Ort im Training gut gefühlt. Alleine das Laufen bereitete mir Sorge. Am Renntag und auch am Tag zuvor, fühlte ich mich so cool wie nie zu vor. Ich war entspannt und hoffte einfach das Rennen gesundheitlich gut zu überstehen. Am Rennmorgen fühlte ich mich mental auch gut. Ich habe mich damit abgefunden nicht fit zu sein und war gespannt was der Tag so mit sich bringen würde. Das Schwimmen verlief ok - halt so wie immer. Als ich aufs Rad stieg merkte ich das ich nicht die Beine hatte, die ich am Vortag gespürt hatte. Ich bekam die Power nicht in die Pedale, meine Beine fühlten sich schwer und hart an. Die Leichtigkeit und Power wie in Italien fehlte. Ich bekam Panik. Was wenn das Radfahren zusätzlich zum Laufen nicht funktionierte? Aber ruhig bleiben - aufregen oder Panik bringt nichts - kostet nur unnötige Energie. Mühsam kämpfte ich mich nach vorne. Überholte einen nach dem anderen. Die Strecke war noch voll von Startern die beim 70.3 1h vor uns gestartet sind. Da nicht viele Frauen am Start waren, ich beim Start recht weit vorne stand wusste ich, das ich gut lag. Am Ende war nur noch 1 Frau vor mir. Wir fuhren einige Zeit zusammen, ich konnte sie nicht richtig abschütteln. Mit 1min Vorsprung ging ich in die Wechselzone und auf die 42,2km lange Laufstrecke. Da es eine Wendepunktstre je war, kamen wir uns 2x entgegen. So konnte ich den Abstang einschätzen und merkte das er gleichbleibend und sich nur minimal vergrößerte.  Nach 18 km sah ich nun das der Abstand sich vergrößerte. Ich fühlte mich die ersten 3 km gut und war überrascht wie flott ich unterwegs war. Aber dann zeigte sich die lange Trainingspause und alles fang an weh zu tun. Mein Körper schmerzte und tat überall weh. Dennoch konnte ich das Tempo gut halten, es wurde nur minimal langsamer. Nach 3:06 Std. erreichte ich erleichtert das Ziel. Ich hab’s geschafft - wieder einmal und meine gesteckten Ziele habe ich erreicht. Ich war einfach nur erleichtert, mein Körper hat gehalten, mich nicht im Stich gelassen. Nun konnte ich den Tag sacken lassen und die 20min in mich gehen und alles review passieren lassen, bis ich meinen Mann Marius in die Arme schließen konnte, den ich bei km 13 überholt hatte. Es war schön wieder ein Rennen mit ihm gemeinsam zu bestreiten. Das ist immer sehr schön, aber sein guter Support am Streckenrand fehlte mir sehr. Nun geht’s in die weitere kurze Pause und in 3 Wochen steht das letzte Rennen an: Die 70.3 Weltmeisterschaft in Marbella. Wie sehr ich mich drauf freue! Meine erste und wahrscheinlich letzte 70.3 WM! 

Saison 2024

Hier folgen Berichte über mein Training:


3 Wochen vor dem Ironman 70.3 Duisburg und 6 Wochen vor der Ironman Weltmeisterschaft in Nizza

Die Regenerationsphase nach dem Ironman Klagenfurt im Juni 24 ist nun endgültig beendet. Dafür habe ich mir ca 4 Wochen Zeit genommen und erstmal gar nicht und danach nur im Grundlagenbereich trainiert und sehr viel geschwommen. Das ist für den Körper am schonendsten. Nun aber komme ich wieder auf 20 - 25 Wochenstunden Training. Am Wochenende stehen lange Grundlagenfahrten auf dem Rad an, ebenso Bergtraining. Dafür fahre ich immer nach Altena - Nachrodt Wiblingwerde. Dort sind ideale Serpentinen die ich hoch und runter fahren kann. Gerade das Runterfahren ist für mich wichtig, da ich dort sehr unsicher bin. Auch meine Läufe werden wieder länger. Darauf freue ich mich immer sehr. Für das Marathontraining laufe ich immer Intervalle. Zwischendurch stehen aber auch Läufe im Grundlagenbereich an. Auch im Schwimmen konzentriere ich mich mal wieder auf die Schnelligkeit. In letzter Zeit bin ich längere Meter am Stück geschwommen, jetzt werden wieder Sprints eingebaut.
Am 05.08 habe ich nochmal eine Leistungsdiagnostik gemacht. Erst auf dem Rad und direkt im Anschluss auf dem Laufband. (siehe Fotos) Da konnte ich meine Werte nochmal neu berechnen lassen, um auch in den anstehenden Wettkampfen meine richtigen Bereiche zu wissen, in denen ich mich fortbewegen werde ohne zu langsam oder zu schnell zu sein.

1Woche vor dem Ironman 70.3 Duisburg und 4 Wochen vor der Ironman Weltermeisterschaft in Nizza

Eine nochmal harte Woche liegt hinter mir. 22 Stunden von eigentlich 25 Training habe ich absolviert. Leider hat mich am letzten Mittwoch ein Mageninfekt meine Pläne umwerfen lassen. Zum Glück hörte ich auf meinen Körper, ich habe mir einen Tag Ruhe gegönnt und konnte das Training am Donnerstag ohne Probleme wieder aufnehmen. Am Dienstag, bei meinem längsten Lauf in der Vorbereitung,  mit Intervallen im Wettkampftempo, habe ich bereits gemerkt das irgendwas nicht rund lief. Dabei kamen direkt die Erinnerungen von Hawaii hoch. Etwas langsamer als geplant und enttäuscht habe ich das Training aber durchgezogen. Dieser Lauf wurde also als mentales Training abgehakt. Was ich mit dieser Erfahrung weitergeben möchte ist: Man soll immer auf seinen Körper hören, nur man selber kennt ihn am Besten! Der Trainingsplan dient zur Orientierung, aber manchmal geht es nicht anders. Das heißt aber nicht sich ständig Ausreden zu suchen. Gerade im Langdistanz Training fühlt man sich viel Müde, es zwickt mal hier und mal da und die Beine oder auch Schultern vom Schwimmen sind schwer. Von nichts kommt nichts und oftmals fühlt man sich nach dem Training deutlich besser.
Ich bin froh bis hierhin bislang gesund durchgekommen zu sein und ich fühle mich gut. Meine Leistung kann ich aktuell schwer abschätzen, wie fit ich tatsächlich bin. Meine analysierten Werte im Training sind aber vielversprechend. Deswegen freue ich mich umso mehr, nächste Woche am 01.09.24 in Duisburg einen Leistungscheck in der Praxis umsetzen zu können. Zum Glück ist das schöne Sommerwetter immernoch auf meiner Seite, sodass ich in spätsommerlich warmen Temperaturen trainieren, viel draußen Radfahren und in der Sonne laufen kann, um mich bestmöglich für die warmen Temperaturen in Südfrankreich vorzubereiten und zu gewöhnen.

1 Woche nach dem Ironman 70.3 Duisburg und 2 Wochen vor der Ironman World Championship in Nizza

Nach dem Rennen in Duisburg war keine Zeit für Pause. Direkt ging es in den letzten Trainingsblock mit langen Läufen und Radfahrten. Ich habe Laufumfänge von 24-27 km Pro Lauf absolviert mit Intensitäten im Wettkampftempo und auf dem Rad ebenfalls Umfänge von 4,5 Stunden. Diese habe ich ebenfalls im Wettkampftempo absolviert oder auf meiner Trainingsstrecke in Altena (Sauerland) am Berg. Dort trainiere ich nicht nur die Intensität und Ausdauer am Anstieg, die ich für Nizza brauche, sondern auch das Bergabfahren, was bei mir weiterhin noch deutliche Unsicherheiten aufweist. Aber dort sehe ich mittlerweile auch schon Fortschritte und bekomme Spaß und fange an meine Anspannung zu verlieren wenn ich bei hohem Tempo die Serpentinen hinabfahre. Das gibt mir Hoffnung. In Nizza geht es 36 km bergauf und am Ende natürlich bergab. Der Radkurs beträgt 2200 Höhenmeter.
So 8.9.: Leider muss ich nun eine Pause einlegen. Das wichtigste an dem Leistungssport ist, nicht immer nur Leistung zu bringen, sondern auch auf seinen Körper zu hören und zu fühlen wenn „einfach mal genug“ ist. Wie in jeder Vorbereitung wird man müde, ist Ko und sehr das Rennen herbei. Bei mir ist es diesmal noch etwas anders. Trotz Müdigkeit geht die Leistung nicht zurück, sondern schießt nochmal in die Höhe. Bei mir geht sie aber gerade zurück. Ich laufe etwas langsamer als sonst und die Radfahrten funktionieren nur mit deutlich mehr Anstrengung. Deswegen gebe ich meinem Körper nun die nötige Ruhe und versuche am Mittwoch 11.9 wieder ins Training einzusteigen. Dazu bin ich sehr zuversichtlich. Vor dem Rennen ist es wichtig die Umfänge zu reduzieren, die Intensität aber bei zubehalten das der Körper nicht vollkommen ermüdet. Aber ich weiß, wenn ich weitergemacht hätte, wäre ich krank geworden und mein Körper hätte zu einem späteren Zeitpunkt gestreikt. Ich blicke nun weiterhin nach vorne und freue mich auf das Rennen in 12 Tagen. 


Berichte über meine Wettkämpfe: 

Hier folgen Berichte über meine Wettkämpfe…

-> 01.09.2024 Ironman 70.3 Duisburg

-> 22.09.2024 Ironman World Championship Nizza 

-> 19.10.2024 Ironman Portugal in Cascais

Ironman 70.3 Duisburg
Es war das Rennen wo ich mich schon lange drauf gefreut hatte. Ein Ironman Rennen in meiner Heimat. Letztes Jahr durfte ich das Rennen für mich entscheiden und natürlich wollte ich meinen Titel verteidigen. Leider habe ich bereits beim Schwimmen, sowie anschließend auch beim Radfahren gemerkt, das dies sehr hart wird. Meine Beine fühlten sich sehr müde an und die Anstrengung war schnell zu spüren. Auch die Konkurrenz schlief nicht und gab von der ersten Minute an Vollgas. Im Gegensatz zum letzten Jahr, wo wir in der Kälte und mit Regen gestartet sind, hatten wir diesmal traumhaftes Wetter mit 30 Grad. Der böhige Wind hat die Radfahrt schwierig gemacht, aber auf der Laufstrecke wars eine willkommene Abkühlung. Getragen von der guten Stimmung am Streckenrand, der guten Stimmung und den vielen bekannten Gesichtern konnte ich den Spaß am Rennen nicht verlieren, obwohl ich mir deutlich mehr erhofft habe. Ich habe jeden Meter genießen können und dies gab mir die Kraft mich Stück für Stück nach vorne zu arbeiten. Am Ende lief ich auf Platz 2 overall der Frauen und Platz 1 in der Altersklasse ins Ziel. Überglücklich für ein so tolles Rennen, den netten und schnellen Frauen um mich herum und den vielen bekannten Gesichtern am Streckenrand, die mich die ganze Zeit über angefeuert haben. Für mich ist Duisburg immer eine Reise wert und macht einfach nur viel Spaß! 

Geschwommen wurde im Duisburger Hafenbecken. 1,9km aufgeteilt in 2 Runden. Dies habe ich in 33min gemeistert. Sicherlich nicht mein bestes schwimmen, aber aufgrund der vielen Athleten auf der Strecke ok. Allerdings fiel mir das Schwimmen heute trotz der schwierigen Bedingungen sehr schwer.

Die 90km Radstrecke verlief durch die Ruhrpott - Stadt Duisburg. Hauptsächlich wurde auf den Schnellstraßen und Zubringern der Innenstadt gefahren. Das hat mir, wie im Vorjahr auch, riesig Spaß gemacht. Die Strecke lud trotz ordentlicher Windböhen zu schnellen Zeiten ein. 2:14 Std und einem Schnitt mit fast 40 km/h benötigte ich für die Strecke.

Die 21,1km lange Laufstrecke verlief am Hafenbecken entlang, dem angrenzenden Wohngebiet und durch Teile der Altstadt. Ich persönlich fand sie sehr schön, da sie sehr Zuschauerfreundlich war und sehr viele Leute am Streckenrand standen, die uns mit der tollen Stimmung ordentlich nach vorne gepusht haben. Ich habe beim Laufen mich von Platz 4 auf Platz 2 vorgearbeitet und brauchte für die Strecke 1:21 Std. 

Ironman World Championship Nizza 2024

Meine 2. WM ist endlich da. Ich habe Monate darauf hintrainiert, viel Zeit und Schweiß investiert. Das Privatleben habe ich ganz hinten angestellt. Diesmal sollte der Reiseaufwand, nicht so wie auf Hawaii eher im kleinen Rahmen stattfinden. Vor hatte ich einen „Mädelstrip“, zusammen mit meiner Trainerin zu machen. Am Samstag, den Tag vor dem Rennen, wären mein Mann und mein Trainer nachgekommen. Leider ging es aus gesundheitlichen Gründen nicht. Ich flog also allein runter nach Nizza. Ich war gespannt wie ich diese Herausforderung meistere und es hat sehr gut geklappt. Herausfordernd waren das fremde Land, Sprache und der Transport von einer Menge Gespäck inklusive Fahrrad. Leider war das nicht das einzige, was mir Kopfzerbrechen bereitet hat. Ich hatte am Vorabend vor dem Abflug einen blöden Sturz. Ich prellte mir ordentlich das Steißbein, sowie Knie und hatte einige Schürfwunden. Innerhalb von 4 Tagen wieder gesund zu werden, schwand immer schneller in weite Ferne. Auch morgens am Start, hatte ich noch starke Schmerzen und überlegte überhaupt anzutreten. Natürlich musste ich es probieren und ging  mit den anderen Frauen ins Wasser.
Schwimmen: Das Mittelmeer war sehr wellig und es war anstrengend gegen die Strömung anzuschwimmen. Auch gab es untereinander, zwischen den Athletinnen einen ziemlichen Kampf sich gegen die Menge durchzusetzen. Das Schwimmen war aber irgendwie spaßig im Meer, was ich bisher nur auf Mallorca und Hawaii erlebt habe. Nach 1:06 Std erreichte ich wieder den Strand. Was eine, für die heutigen Verhältnisse, sehr gute Zeit war.
Radfahren: Mit großen Schmerzen stieg ich aufs Rad. Der Wechsel war sehr schmerzhaft und ich konnte mich nur langsam fortbewegen. Die Radstrecke mit ihren 2400 Höhenmetern auf den 180 km wurde als sehr anspruchsvoll beschrieben. Die ersten 61 km gingen nur Bergauf. Für mich, im gesunden Zustand kein Problem, aber auch so kämpfte ich mich stark nach vorne. Die mir vorgestellten Werte konnte ich aufgrund meines Schmerzes im Rücken nicht treten, trotzdem überholte ich eine Menge anderer Frauen. Die Strecke war wunderschön, ich habe mir auf jedenfall vorgenommen, dies hier noch einmal zu fahren! Nach 6:03 Stunden kam ich wieder in Nizza an. Ich war gespannt was mich nun auf meiner Lieblingsdisziplin erwartet…
Laufen: Ich muss zugeben, ich hatte große Angst vor dem Lauf. Die Tage vor dem Rennen konnte ich kaum ein Schritt vor den anderen setzen. Dabei hatte ich einen stechenden Schmerz im Rücken. Diesen verspürte ich auch direkt beim Loslaufen. Aber getrieben von den Emotionen, der bombastischen Stimmung am Streckenrand der vielen Zuschauer und dem Willen das Rennen nun zu beenden lief ich los. Ich hatte es soweit gebracht, mich durchgekämpft, jetzt musste ich es auch zu Ende bringen. Ich fand direkt meinen Rythmus und schaffte es, die 42,2 km in einem Schnitt von 4:42 min pro Kilometer in einer Gesamtzeit von 3:18 Std. zu laufen. Überwältigt es tatsächlich geschafft zu haben war ich im Ziel den Tränen nahe. Ich war so stolz auf mich und habe es so genossen! Dies war für mich viel mehr wert, als jeder zuvor erzielte Sieg oder neue Bestzeit. Heute habe ich wirklich gekämpft! Mit Gesamtplatz 22 der über 1100 Agegrouperinnen und Platz 9 in meiner Altersklasse bin ich voll zufrieden. 2 Tage später gehts zurück nach Deutschland und mein erster Weg wird mich zum Arzt führen.
Nachtrag: Dank guter Zusammenarbeit mit meiner Ärztin Frau Dr. Gensler, meinem Chiropraktiker Klaus Meyer und meinem Physio Stefan Deimann wurde im MRT festgestellt das ich mir das Kreuzbein auf Höhe des 5. Wirbels gebrochen, sowie ein Bandscheibenvorfall und diverse Einblutungen im Becken zugezogen habe. Nun heißt es meinen Plan einer weiteren Langdistanz in Portugal in 4 Wochen abzusagen und stattdessen 6 Wochen Bettruhe schnell wieder gesund zu werden.